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Das faszinierende neue Kunstwerk der in Shanghai ansässigen Künstlerin Yu Ji trägt den Titel „Stone, Barnacles, and Seeds“ (Stein, Seepocken und Samen) und ist eine Auftragsarbeit für Audemars Piguet Contemporary. Kuratiert wurde es von Li Qi. Vom 10.bis 13. November 2022 ist es erstmals auf der West Bund Art & Design-Messe in Shanghai zu sehen.


„Stone, Barnacles, and Seeds“ ist ein Mix aus Skulptur, Video- und Performance-Elementen rund um die Bildsprache des Wassers, die auf Yu Jis bisherigen themenbezogenen Arbeiten aufbaut, in erster Linie auf ihrer Erkundung von Aspekten wie Zeit, Zerfall und den Schnittstellen zwischen Mensch und Natur. Das Kunstwerk entwickelt sich im Laufe der Ausstellung und stellt so einen fließenden Moment in ständigem Wandel dar.

Mit „Stone, Barnacles, and Seeds“ konnte ich neue Herstellungstechniken ausprobieren und mich den Herausforderungen größerer Skulpturen stellen. Ich danke Li Qi und Audemars Piguet Contemporary für ihre Unterstützung bei der Umsetzung dieses Kunstwerks und für die Gelegenheit, es im West Bund auszustellen.

Yu Ji

Künstlerin

Im Rahmen der Audemars Piguet Art Commission unterstützt Audemars Piguet Contemporary Yu Ji bei der Erkundung von Neuland in ihrer künstlerischen Praxis und arbeitet dabei stets eng mit dem in Shanghai ansässigen unabhängigen Kunstkurator Li Qi zusammen. Die Skulpturelemente von „Stone, Barnacles, and Seeds“ sind die bisher größten dieser Künstlerin, die hier auf neue Herstellungsmethoden zurückgriff. Beispielsweise arbeitet sie hier erstmals mit Metallerosion.

Inspirationsquelle für „Stone, Barnacles, and Seeds“ waren ihre Reisen zu unterschiedlichen Gewässerformen – von den Wattflächen in der Nähe ihres Studios an der Küste bei Shanghai bis hin zu den Felsformationen in einem See an der Nordostküste Amerikas. Bei Yu Ji verwandelt sich Wasser von einer konkreten Erinnerung in eine sagenumwobene Erzählung von Zeit und Zerfall – und fängt dabei keinen spezifischen Standort, sondern vielmehr einen fließenden Moment mit seiner Vielzahl von Bewegungen ein.

Beim Betreten der Ausstellung tauchen die Besucher in ein regelrechtes Konzert aus Licht und Schatten ein, das wellenförmige Oberflächen und Strukturen beleuchtet und so dem Fließen von Rhythmen eine optische Dimension verleiht. Dazwischen sind auf einem nostalgisch wirkendem Fernsehbildschirm „Late Wave“ (2021) betitelte Filme mit Wasserbildern zu sehen. Zwei monumentale Skulpturen fungieren als Anker der Kreation: „Protrude II“ (2022) ist eine breite Bronzeplatte, die von der Künstlerin als Projektionsfläche für ein Video mit bewegtem Wasser genutzt wird. „Half Peel Half Pulp III“ (2022) ist ein Bleiteppich, der in eine organische Wellenform gebracht wurde.

„Stone, Barnacles, and Seeds“ fällt in das Jahr des 10. Jubiläums von Audemars Piguet Contemporary. Das Programm unterstützt Künstler*innen in einer sinnvollen, nachhaltigen und kooperativen Art und Weise und bietet ihnen so die Möglichkeit, ein neues Kunstwerk zu erschaffen, das sie sonst nicht hätten umsetzen können. Alle von Audemars Piguet Contemporary in Auftrag gegebenen Kunstwerke verbleiben im Besitz der jeweiligen Künstler*innen und kommen ihrer Arbeit direkt zugute.

Audemars Piguet Contemporary hat sich der Aufgabe verschrieben, Künstler*innen zu unterstützen und deren kreative Entwicklung zu fördern. Es war uns eine Ehre, Yu Li dabei zu unterstützen, neue schöpferische Wege in der Bildhauerei auszuloten und in puncto Größe und Beschaffenheit über sich hinauszuwachsen. Ebenso sehr haben wir die Zusammenarbeit mit Li Qi geschätzt, der dieses komplexe Kunstwerk im West Bund Art & Design zum Leben erweckt hat.

Denis Pernet

Kunstkurator, Audemars Piguet Contemporary

Andreas Angelidakis in his studio

Yu Ji (geboren 1985 in Shanghai) ist für ihre abwechslungsreichen Arbeiten bekannt, die neben Skulpturen auch Installationen, Performances, Videos und seit kurzem auch Zeichnungen umfassen. Mit ihrer Arbeit befasst sie sich vor allem mit dem Konzept Raum und der Frage, welche geographischen und historischen Narrative bestimmte Orte aufnehmen können. Sie führt häufig Feldforschungen durch und hat sich dazu zeitweise an ganz unterschiedlichen Orten der Welt aufgehalten, um sich Gedanken darüber zu machen, welchen Raum ein Körper in bestimmten alltäglichen Umfeldern einnehmen kann. 2008 war sie Mitbegründerin des „am art space“ – einer von Künstler*innen geleiteten Begegnungsstätte in Shanghai, die Experimente und den Austausch zwischen Künstler*innen, Kurator*innen und der Öffentlichkeit fördern soll. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Shanghai.

Yu Ji machte 2011 ihren Master-Abschluss (MFA) in Bildhauerei an der Kunsthochschule der Universität Shanghai. 2017 kam sie in die engere Auswahl für den Hugo Boss Asia Art: Preis für aufstrebende Künstler*innen aus Asien. Noch laufende und letzte Einzelausstellungen: „Against Shadows“, Sadie Coles HQ, London (2022); „Wasted Mud“, Chisenhale Gallery, London (2021); „Spontaneous Decisions II“, Gallery 0, Centre Pompidou x West Bund Museum Project, Shanghai (2021); „Forager“, Edouard Malingue, ausgelagert in die Avenue Apartments, Shanghai (2020); „Stones in Her Pocket“, Project Terrace, Shanghai (2020); „Black Mountain“, Beijing Commune (2016), „Dairy of Sulfur Mining—Pataauw“, Mind Set Art Center, Taipeh (2016) und „Never Left Behind“, Beijing C-Space (2014). Letzte Gruppenausstellungen mit Werken der Künstlerin: The 10th Asia Pacific Triennial of Contemporary Art, QAGOMA Queensland Art Gallery | Gallery of Modern Art, Brisbane (2021); „INCORPOREA 03“, Basement Roma, Rom (2021); „Soft Water Hard Stone“, New Museum Triennial 2021, New Museum, New York (2021); „May You Live in Interesting Times“, 58th International Art Exhibition, Biennale von Venedig (2019); „SOON ENOUGH: ART IN ACTION“, Tensta Konsthall, Stockholm (2018); HUGO BOSS ASIA ART: Award for Emerging Asian Artists, Rockbund Art Museum, Shanghai (2017); „The Eighth Climate (What does art do?)“, 11th Gwangju Biennale (2016); „Why Not Ask Again: Arguments, Counter-arguments, and Stories”, 11. Biennale von Shanghai (2016); „INSIDE CHINA. L’Intérieur du Géant“, Palais de Tokyo, Paris (2014). 2023 zeigt die Künstlerin ihre Werke in zwei Einzelausstellungen in Museen: Die erste Ausstellung ist ab April im Berliner Zentrum für aktuelle Kunst zu sehen. Die zweite eröffnet im Juni im Orange County Museum of Art in Kalifornien (USA).