Chronograph 45603

Eine EINZIGARTIGE Uhr aus dem Jahr 1943

Audemars Piguet has continuously produced chronograph pocket watches.

Gleich nach der Gründung ihres Betriebs im Jahr 1875 begannen Jules Louis Audemars und Edward Auguste Piguet, Uhren mit Chronographenfunktion herzustellen. Seitdem fertigte Audemars Piguet kontinuierlich Chronographen-Taschenuhren.

1899. Audemars Piguet Chronographen-Taschenuhr mit einem zentralen springenden 60-Minutenzähler.
Audemars Piguet Heritage, Inv. 57


Heute haben Retro-Armbanduhren mit Chronographenfunktion von Audemars Piguet weltweit außerordentlichen Seltenheitswert.

Ganz anders verhält es sich mit den Armbanduhren. Aus dem Archiv geht hervor, dass Audemars Piguet vor 1980 insgesamt 307 Chronographen-Armbanduhren produziert hat, und zwar alle zwischen 1930 und 1962.
Heute haben Retro-Armbanduhren mit Chronographenfunktion von Audemars Piguet weltweit außerordentlichen Seltenheitswert.
Vor 1950 existierte das Konzept des Modells bei Audemars Piguet nicht. Jede Uhr war ein Einzelstück, auch wenn einige sich sehr ähnelten. In diesem Fall sprechen wir von „Vormodellen“.
Aufgrund einer Archivstudie lassen sich die 307 Chronographen-Armbanduhren in 40 Vormodelle und Modelle einteilen. Eine Untersuchung der Sammlungen und sekundärer Quellen ergab, dass diese Uhren dennoch ausnahmslos Einzelstücke waren.

Um 1940. Registerbücher der fertiggestellten Uhren.
Audemars Piguet Archiv


Interessanterweise fällt die Einführung dieses neuen Konzepts mit der schwierigsten Periode der Unternehmensgeschichte zusammen. Zwischen 1932 und 1939 traf die Wirtschaftskrise auch Audemars Piguet schwer.
Vor der Krise hatte der Betrieb 30 Mitarbeiter – danach beschäftigte er nur noch 10 bis 15 Uhrmacher.
Im Laufe dieses Jahrzehnts stellte Audemars Piguet knapp über 50 Chronographen-Armbanduhren her.

Die sechs Jahre des Zweiten Weltkriegs waren bei weitem die produktivste Periode des Unternehmens im Bereich der Chronographen-Armbanduhren.

210 Chronographen-Armbanduhren der Marke Audemars Piguet entstanden zwischen 1939 und 1945: Das sind 68 % aller Armbanduhren mit Chronographenfunktion, die das Unternehmen während der ersten 100 Jahre seines Bestehens hergestellt hat!
Drei Viertel dieser Produktion wurden an Schweizer und italienische Fachhändler geliefert; die restlichen 27 Uhren gingen in die USA, nach Argentinien, Brasilien, England und in die Türkei.

Um 1945. Werbung
Audemars Piguet Archiv


Neun Exemplare des Vormodells 1533 entstanden zwischen 1941 und 1943.

Das 36 mm große Gehäuse ist ein Werk des renommierten Genfer Uhrengehäuse-Herstellers Wenger. Seine harmonisch geschwungene Form wird von tropfenförmigen Bandanstößen, so genannten „Gouttes“, hervorgehoben. Die beiden Drücker haben eine Mandelform. Eine extra-dünne Lünette bringt das Zifferblatt zur Geltung. Anders als frühere Chronographen-Armbanduhren hat es einen Stundenzähler bei 6 Uhr.
Die neun Exemplare des Vormodells 1533 wurden zwischen 1943 und 1948 verkauft. Drei dieser Uhren waren Kombinationen aus Stahl und Gold, während sechs vollständig aus Gold gefertigt waren. Sechs der neun Stücke wurden in Italien verkauft (3 in Mailand, 3 in Bologna), zwei in New York und eine in Istanbul.

Archivfoto, auf dem die Nummer 1533 verzeichnet ist


Eines der besterhaltenen Exemplare des Vormodells 1533 ist in einer Vitrine mit Meisterwerken des Uhrendesigns im Musée Atelier Audemars Piguet in Le Brassus ausgestellt.

Die Uhr mit der Nummer 45603 wurde 1943 an einen Fachhändler namens Casanova in Bologna (Italien) verkauft. Das Audemars Piguet Heritage Team erwarb sie 2015 im Auktionshaus Phillips in Genf.
Die Bandanstöße und der Boden des zweifarbigen Gehäuses sind aus Stahl, während die Lünette, die Drücker und die Krone aus 18 Karat Roségold gefertigt wurden.

Chronographen-Armbanduhr, Vormodell 1533
Sammlung Audemars Piguet Heritage, Inv. 1660.


Die Armbanduhr 45603 hat ein stark vereinfachtes goldfarbenes Zifferblatt. Die 12 und die anderen Stundenindexe sind aus schwarzer Emaille. Die Stunden- und Minutenzeiger sowie die kleinen Sekundenzeiger sind aus Gold, die Chronographenzeiger dagegen aus gebläutem Stahl.

Dieses Zifferblatt wirkt sehr ausgewogen, obwohl es mit seinen Ziffern unterschiedlicher Größen und Schriftarten – je nach Funktion und Anordnung – außerordentlich komplex ist. Bemerkenswert sind auch die unterschiedlichen – offenen oder geschlossenen, gleich bleibenden oder fortschreitenden, einfachen oder mehrfachen – Graduierungen, die an Bahngleise erinnern.

Zifferblatt des Chronographen 45603
Sammlung Audemars Piguet Heritage, Inv. 1660.


Dieser Chronograph hat einen 30-Minutenzähler bei 3 Uhr mit der Aufschrift 4/5 oberhalb der 15-Minuten-Anzeige. So kann der Träger bequem Zeiten bis zu 45 Minuten messen. Diese Anzeige entspricht einer Fußballhalbzeit und war auf Wunsch von Jacques-Louis Audemars (1910 – 2003) eingefügt worden, denn Fußball war der Lieblingssport dieses Vertreters der dritten Generation der Gründerfamilie.
Das Zifferblatt trägt die Signatur „Audemars, Piguet & Co Genève“. Um in der Nähe seiner Endkunden zu sein und den Vertrieb inner- und außerhalb Europas zu vereinfachen, besaß Audemars Piguet ab etwa 1885 und bis in die Mitte der 1970er-Jahre eine Werkstatt in Genf. Als die Marke zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann, ihre Uhren zu signieren, war der Name der Stadt Genf häufig auf dem Zifferblatt vermerkt. Diese Anzeige verschwand in den 1950er Jahren nach und nach, genau wie das Komma zwischen den Familiennamen oder der Zusatz „& Co“.

Das Kaliber 13VZAH der Uhr 45603 wurde 1941 von dem Uhrwerkhersteller Valjoux in Les Bioux, einem kleinen, 9 km von Le Brassus entfernten Dorf im Vallée de Joux, gefertigt.

Zwischen 1933 und 1946 erwarb Audemars Piguet 268 Rohwerke von Valjoux, die alle mit Chronographen verschiedener Bauarten ausgestattet waren. Die Kaliber der letzten, ab 1939 produzierten Generation lassen sich anhand ihrer aus einer Zahl und einer Buchstabenreihe bestehenden Bezeichnung identifizieren: „13VZAH“. „13“ bezeichnet den Durchmesser des Kalibers in Linien (29,3 mm: 1 Linie = 2,25 mm). „V“ steht für Valjoux, „Z“ bedeutet wahrscheinlich Zähler, „A“ vermutlich Audemars Piguet und „H“ verweist auf den Stundenzähler.

Kaliber 13VZAH, Bodenseite

Kaliber 13VZAH, Zifferblattseite

Audemars Piguet erwarb zwischen 1939 und 1946 94 identische Exemplare dieser 13VZAH-Rohwerke. Die Mechanismen wurden in der Werkstatt in Le Brassus dekoriert (abgeschrägt, poliert und satiniert) und zusammengebaut. Sie wurden in die feinsten Chronographen-Armbanduhren eingebaut und zwischen 1941 und 1961 verkauft.

Die Heritage Abteilung von Audemars Piguet schlägt Brücken zwischen den Ursprüngen der Marke und den heutigen Aktivitäten. Das 2018 erschienene Buch über die komplizierten Armbanduhren sowie der Aufbau des Musée Atelier sind zwei der jüngsten Projekte der Heritage Abteilung, die veranschaulichen, wie sich die Marke kontinuierlich von der Vergangenheit zu zukunftsweisenden Ideen inspirieren lässt.
In diesem Sinne entstand auch das Vorhaben, das Vormodell 1533 aus der Perspektive von 2020 zu „remastern“. Nach langen Diskussionen zwischen den Historikern, Ingenieuren und Produktdesignern der Manufaktur wurde für dieses innovative Projekt zur Feier der Eröffnung des Musée Atelier das Vormodell 1533 ausgewählt.

Das Design des Vormodells 1533 ist bei Sammlern von heute sehr gefragt. Doch aufgrund ihrer extremen Seltenheit ist es sehr schwierig, eine dieser Uhren zu erwerben. So wird die [Re]master01 Chronograph Automatik viele Uhrenliebhaber begeistern.
Von der Vergangenheit inspiriert ist sie eine entschieden zukunftsorientierte Armbanduhr. Sie bietet die modernsten ergonomischen Features und ist mit dem neuen Chronographenkaliber 4409 mit Flyback-Funktion ausgestattet.

2020. [Re]master01 Chronograph Automatik
Modell 26595