Juwelierskunst und Edelsteinfassen
An der Schnittstelle von Haute Horlogerie und Juwelierskunst verbindet das Edelsteinfassen traditionelles Savoir-faire mit höchster handwerklicher Präzision, um Zeitmesser mit kostbaren Edelsteinen zu schmücken. Ob auf Gehäuse, Zifferblatt oder Armband: Jeder Edelstein wird nach den strengen Kriterien von Audemars Piguet im Hinblick auf Farbe, Klarheit und Qualität sorgfältig geprüft und anschließend mit höchster Präzision zu harmonischen Kompositionen gefasst.
Ein Erbe der Haute Joaillerie
Seit über 150 Jahren pflegt Audemars Piguet ein unverwechselbares Savoir-faire in der Juwelierskunst, in dessen Mittelpunkt das Edelsteinfassen steht. Seit dem 19. Jahrhundert fertigt die Manufaktur Schmuckuhren, lotet die Grenzen von Miniaturisierung und Verfeinerung immer wieder neu aus und schmückt Anhänger, Armbänder und Uhren mit kostbaren Steinen.
1884: Taschenuhr
Diese Taschenuhr aus Gelbgold zeigt das mit Diamanten besetzte Wappen des iranischen Schahs.
1897: Miniatur-Minutenrepetition
Diese Broschenuhr wurde aus 18 Karat Gelbgold hergestellt und mit Diamanten besetzt. Der Mitbegründer Jules Louis Audemars brachte die Miniatur-Minutenrepetitionswerk von 10 Linien (22,6 mm) zu Tiffany nach New York.
1917: Oktogonale Armbanduhr
Die Ästhetik des ausziehbaren Armbands steht im Einklang mit den beiden horizontalen Seiten des Achtecks, ebenso wie es bei der Royal Oak ein halbes Jahrhundert später der Fall sein sollte. Weißgold mit 82 Diamanten im Brillantschliff.
1921: Haute Joaillerie mit Abdeckung
Der im Vallée de Joux hergestellte Mechanismus verbirgt sich in einem vom New Yorker Juwelier Oscar Heyman entworfenen Gehäuse. Gehäuse 104841 aus Platin, besetzt mit 261 Diamanten im Brillantschliff, 12 Rubinen und 35 Smaragden.
1927: Zeitlose Baguette
Das kleinste, von Audemars Piguet hergestellte „Baguette“-Werk. Bei diesem Uhrenstil, der in einer Vielzahl von Ausführungen hergestellt wurde, verwischte sich die Grenze zwischen Schmuck und Uhrmacherei.
1929: Tutti Frutti
Dieser Zeitmesser ist mit mehrfarbigen Edelsteinen (Rubine, Saphire, Smaragde und Diamanten), die vom Pariser Juwelierhaus Egouvillon Lafon & Cie in Form von Früchten und Blättern handgeschliffen wurden, geschmückt.
1996: „The Beast“ wird weiblich
Die erste Royal Oak Offshore für Frauen mit einem Gehäuse von 30 mm Durchmesser und 10 mm Dicke, das sich durch eine wunderschöne Technik des Edelsteinfassens auszeichnet.
2015: Diamond Punk, Ref. 79419
Das Gehäuse und das Armband aus 18 Karat Weißgold wurde mit 5.326 Diamanten im Brillantschliff von insgesamt 21,6 Karat besetzt und mit 56 Onyxelementen verziert.
2016: Diamond Fury, Ref. 79420
Mit seinen 4.635 Brillanten von insgesamt 25,6 Karat, die das Gehäuse und das Armband zieren, strahlt diese einzigartige Uhr eine vollkommene Kraft und Eleganz aus.
2017: Diamond Outrage, Ref. 67701
Diese skulpturale Manschettenuhr aus vollständig mit Edelsteinen besetzten Stacheln wird in zwei einzigartigen Versionen aus 18 Karat Weißgold präsentiert, die entweder mit 9923 Diamanten im Brillant- und 354 Diamanten im Baguetteschliff (~50,06 Karat bzw. ~15,85 Karat) oder mit 11.043 blauen Saphiren im Brillantschliff (~65,47 Karat) besetzt sind.
2018: Eine Royal Oak Concept für schmale Handgelenke
Die erste Royal Oak Concept für Damen präsentiert sich mit einem kleineren Durchmesser von 38,5 mm und exquisitem Edelsteinbesatz sowie dem ersten fliegenden Tourbillon, das jemals in einer Armbanduhr von Audemars Piguet integriert wurde.
2019: Sapphire Orbe
Für die Sapphire Orbe werden mehr als 12.000 Steine (Saphire und Diamanten) sorgfältig ausgewählt, einzeln geschliffen und von Hand gefasst.
Edelsteinfassen
In der Manufaktur ist das Edelsteinfassen zugleich eine Kunst des Lichts und ein Handwerk von höchster Präzision, das von einem über Generationen gewachsenen Savoir-faire in der Juwelierskunst getragen wird. Jeder Stein wird sorgfältig positioniert, damit er seine volle Brillanz entfalten kann und zugleich die Architektur des Zeitmessers unterstreicht. Das Edelsteinfassen ist weit mehr als reine Dekoration: Es prägt die Identität einer Uhr und inszeniert auf den Oberflächen Licht, Textur und Rhythmus, stets im Streben nach technischer und ästhetischer Raffinesse.
Techniken des Edelsteinfassens
Beim Edelsteinfassen kommen verschiedenste spezialisierte Techniken zum Einsatz, die sich jeweils durch Aufbau und Ausführung unterscheiden: von der Kornfassung, bei der die Steine mittels kleiner Metallkörner fixiert werden, bis hin zur geschlossenen und halbgeschlossenen Fassungen, die für ein ausgewogenes, durchgängiges Erscheinungsbild sorgen. Bei der unsichtbaren Fassung wird jeder Stein mit feinen Rillen versehen und mit minimalem Abstand auf verborgenen Schienen montiert. Bei der Krappenfassung halten feine Krappen den Stein sicher und lassen zugleich möglichst viel Licht einfallen.
Krappenfassung
Die Krappenfassung gehört zu den zeitlosesten Techniken der Juweliers- und Uhrmacherkunst. Feine Metallkrappen halten den Edelstein sicher an seinem Platz. Da nur wenig Metall den Edelstein bedeckt, kann Licht aus verschiedenen Winkeln einfallen und seine Brillanz verstärken. Elegant und dezent sorgt die Krappenfassung dafür, dass der Edelstein im Mittelpunkt des Designs steht.
Geschlossene und halbgeschlossene Fassung
Die geschlossene Fassung wird häufig für Diamanten und Farbsteine im Baguetteschliff verwendet. Dabei wird der Stein von einem Edelmetallrand umschlossen, der seinen Konturen folgt. Je nach Design kann der Edelstein teilweise oder vollständig eingefasst sein. Diese Technik verbindet Schutz und Eleganz, betont die Form des Steins und verleiht dem Objekt zugleich eine klare, architektonische Ästhetik.
Unsichtbare Fassung
Die unsichtbare Fassung, auch Mystery Setting genannt, zählt zu den anspruchsvollsten Techniken des Edelsteinfassens. Dabei bleibt die Metallstruktur unter den Edelsteinen verborgen. Jeder Stein wird sorgfältig mit nicht sichtbaren Rillen versehen, damit er auf die darunterliegende Schienenkonstruktion geschoben werden kann. So entsteht ein einheitliches Bild ohne sichtbares Metall zwischen den Edelsteinen. Das Ergebnis ist eine eindrucksvolle, lückenlos funkelnde Fläche. Sie zeugt von außergewöhnlicher Handwerkskunst.
Kornfassung
Die Kornfassung zählt zu den traditionsreichsten Techniken des Edelsteinfassens. Dabei werden die Steine von kleinen Körnern aus Edelmetall gehalten: Diese werden sorgfältig aus der umgebenden Metalloberfläche herausgearbeitet und behutsam über den Rand der Edelsteine gedrückt, um sie sicher zu fixieren. Eine vollkommen ausgewogene Fassung erfordert höchste Präzision, denn jedes Korn wird von Hand ausgeformt, platziert und poliert. Die Kornfassung eignet sich besonders für kleine Steine im Brillantschliff. Sie erzeugt ein raffiniertes Funkeln und bewahrt zugleich die Feinheit des Designs.
Royal Oak Rainbow Einstellung
Die Regenbogenfassung (Rainbow Setting) ordnet Farbsteine in einem präzise abgestuften Verlauf an, der an einen Regenbogen erinnert. Die besondere Herausforderung besteht darin, Steine mit gleichmäßig abgestuften Farbtönen zu finden. Für diesen Effekt arbeiten Gemmologen und Edelsteinfasser Hand in Hand und wählen Saphire, Citrine, Tsavorite, Turmaline und Topase aus, die höchsten Ansprüchen an die Farbkonsistenz genügen. 2022 interpretierte Audemars Piguet die Technik neu und präsentierte zwei Sets mit jeweils zehn Royal Oak Automatik-Zeitmessern, die jeweils vollständig mit Edelsteinen in einem einzigen leuchtenden Farbton besetzt waren, etwa rosafarbenem Turmalin, orangefarbenem Spessartin oder blauem Topas. Nebeneinander angeordnet, bildeten die zehn Modelle einen Regenbogen.
Royal Oak Joaillerie Kollektion
Die Kollektion Royal Oak Joaillerie präsentiert eine neue Interpretation der Royal Oak mit Elementen der Haute Joaillerie. Ausgehend von ihrer unverwechselbaren Designsprache erkundet sie ein raffiniertes Zusammenspiel von Geometrie, Licht und kreativem Ausdruck.
Juwelierskunst & Fassen
Wenn Edelsteine tanzen
Ob in der Musik, der Kunst, der Küche oder im Design – ein großer Klassiker ist ein berühmtes, bekanntes, bewundertes und respektiertes Werk, das immer wieder neu interpretiert werden kann. Gleichbleibend und doch ständig erneuert, begann die Royal Oak in den 1980er Jahren, dieser Definition zu entsprechen.
In den AP Chronicles lesenZwei Royal Oak Automatik-Sets leuchten mit farbig funkelnden Edelsteinen
Zwei noch nie dagewesene Royal Oak Automatik-Sets aus Weißgold in 37 und 41 mm interpretieren die „traditionelle“ Regenbogenuhr neu und feiern 50 Jahre Design-Innovation der Royal Oak.
Mehr lesenAP Talks über Damenuhren
"In dieser neuesten Folge der AP Talks werfen unsere drei Experten einen Blick zurück auf die Geschichte der Damenuhr und besprechen die Kunst des Edelsteinfassens sowie die Neuheiten des Jahres 2021."
Mehr lesenCode 11.59 by Audemars Piguet glänzt mit Diamanten
Die Kollektion Code 11.59 by Audemars Piguet erweitert sich mit zwei neuen 41 mm Ton-in-Ton-Modellen aus 18 Karat Weiß- und Roségold, die vollständig mit 1085 Brillanten besetzt sind.
Mehr lesenKreativität von und für Frauen
Im Jahr 1976 entwarf Jacqueline Dimier die Damenversion der Royal Oak – eine Uhr, die auf ihre Weise ebenso revolutionär wie das Original ist. Für Audemars Piguet war dieses Modell der erste Meilenstein in einer reichhaltigen und vielseitigen Damenlinie, die seither von unglaublichen kreativen Kollaborationen geprägt ist.
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